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Analyse von interkulturellen Konflikten im FSU anhand von Praxisbeispielen

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Eine Veranstaltungsreihe für Lehrende zum Thema Interkulturelle Kompetenz
im Fremdsprachenunterricht in zwei Blöcken.

Block 2: Analyse von interkulturellen Konflikten im FSU anhand von Praxisbeispielen

Die Veranstaltung richtet sich an Lehrende, die ausländische Studenten unterrichten und prüfen oder deutsche Studenten auf einen Auslandsaufenthalt vorbereiten. Ein Beispiel sind mündliche Prüfungen mit ausländischen Studenten, die trotz guter Vorbereitung und den sprachlichen Voraussetzungen nicht gut laufen: der Prüfling ist verlegen, unsicher und äußert sich nur vage zum Thema, zu dem er unter anderen Umständen einiges zu vorzuweisen hat. Es werden daher Problembereiche am Beispiel mündlicher Prüfungen (Videoaufzeichnungen aus der Praxis) analysiert, Konfliktfelderkennung geübt und Handlungsanweisungen – sowohl für Lehrer als auch für Lerner – entwickelt.

1. Trainingstag
Thema: Sprache als Kultur-Transportmittel?
Arbeitsform: Gruppenarbeit/Plenum
·    Sprachliche Problemfelder
  • Übung: Beispiel am Wort „stark“ (semantische Vielfalt, Pragmatik (rhetorische Ironie), Phonetik (Intonation);

·    Rahmenbedingungen
  • z.B.: Dialog; offizieller oder inoffizieller Kontext
  • „authentische Kommunikation“ („oral code“) versus Hochsprache

·    Lehrplan: äußerer vs. innerer Lehrplan
  •  unterschiedliche Erwartungen
     - des Lehrers (Lehrplan)
     - des Studenten
  • Was beeinflusst diese jeweiligen  Erwartungen? (Kenntnisse, Vorbereitung, Rahmen, Geschlecht)
  • Inwiefern sind interkulturelle Hintergründe von Bedeutung (ergo  Didaktische Sozialisation)?

·    Ankerpunkte der Didaktischen Sozialisation (Beispiel Sprachunterricht)
  • Modus der Lernstoffvermittlung (lernerzentriert, lehrerzentriert, prüfungsorientiert, Lernstile)
  • Fehlerkorrektur: Pragmatik (flüssiger Ausdruck) vs. Korrektheit
  • soziale Arbeitsformen
  • Lernzielkontrolle

Beispielübung: Rollenkarte versus Aktionskarte
Arbeitsform: Gruppenarbeit
·    Auswertung im Hinblick auf kommunikativen Sprachunterricht und didaktische Sozialisation
 
Kulturerkundung am Beispiel einer Prüfungssituation
Arbeitsform: Gruppenarbeit
  • Eine „gute“ Prüfung, eine „schlechte“ Prüfung: was ist das?
  • „Gute“ Prüfung (Charakteristik): Prüfer und Prüfling
  • „Schlechte“ Prüfung (Charakteristik): Prüfer und Prüfling
  • Dialog / Prüfung (es werden mögliche interkulturelle Konfliktpunkte bzw. Felder ausgearbeitet):
  • Haltungen, Rollen (Prüfer, Prüfling)
  • Kompetenzen (Prüfer, Prüfling)
  • Grenzen (Prüfer, Prüfling)
  • Setting: Räume, Sitzordnung, Anzahl der Prüfer (Prüfer, Prüfling)
 
Übung 1: Textanalyse - Verlauf und Phasen eines Dialogs
Pausenspiel (Gestik, Mimik, Emotionen)
Arbeitsform: Gruppenarbeit
 
Übung 2: Textanalyse - Verlauf, Phasen und interkulturellem Konflikt im Dialog
Arbeitsform: Gruppenarbeit
  • Ausarbeitung kultureller Unterschiede (Dimensionen, Standards)
 
Übung 3: Analyse (Videoaufzeichnung) einer Prüfungssituation (Brasilien)
Arbeitsform: Gruppenarbeit
  • Ausarbeitung kultureller Unterschiede (Dimensionen): Verbale / paraverbale Kommunikation, Verständigungsprobleme, sprachliches Verhalten
  • Was sind die Anzeichen für Spannung, Verunsicherung? Gibt es hier kulturelle Unterschiede? Welche?
  • Wie geht die jeweilige Seite mit den „Konflikten“ um? Gibt es hier kulturelle Unterschiede? Welche?
  • Welche Werte bestimmen die Handlung? (Prüfer / Prüfling)
  • Was sind „kulturelle“, was sind „persönliche“ „Eigenarten/Prägungen“?
  • Auf welcher Stufe der Integration (Pyramide-Modell) würden sie die Person einordnen?
 
Anschließend: wie würden sie diese Person prüfen, wie sollte der Prüfer, der Prüfling vorbereitet werden?
 
Übung zum Thema Denkmuster, Vorurteile, Stereotypen
Arbeitsform: Gruppenarbeit / individuelle Arbeit
Gründe, Ursachen, Funktion der Vorurteile
  • Übung „Reisemesse“ (Assoziogramm, Erstellung eines Lückentextes, Varianten der eigentlichen Übung „Reisemesse“)
  • Auswertung / Reflexion

2. Trainingstag
 „Ursachenforschung“
Arbeitsform: individuell / Plenum
·    Gründe, Ursachen für Entstehung und Weitergabe von Vorurteilen und stereotypen Vorstellungen
 
Thema: „Offene“ versus „geschlossene“ Fragen, Fragetypen
Arbeitsform: Plenum
 
Übung 4: Analyse (Videoaufzeichnung) einer Prüfungssituation (Russland)
Arbeitsform: Gruppenarbeit
  • Ausarbeitung kultureller Unterschiede (Dimensionen): Verbale / paraverbale Kommunikation, Verständigungsprobleme, sprachliches Verhalten
  • Was sind die Anzeichen für Spannung, Verunsicherung? Gibt es hier kulturelle Unterschiede? Welche?
  • Wie geht die jeweilige Seite mit den „Konflikten“ um? Gibt es hier kulturelle Unterschiede? Welche?
  • Welche Werte bestimmen die Handlung? (Prüfer / Prüfling)
  •  Was sind „kulturelle“, was sind „persönliche“ „Eigenarten/Prägungen“?
  • Auf welcher Stufe der Integration (Pyramide-Modell) würden sie die Person einordnen?
 
Auswertung Übung 4
Anschließend: wie würden sie diese Person prüfen, wie sollte der Prüfer, der Prüfling vorbereitet werden?
 
Beispiel 5: Videoaufzeichnung einer Prüfungssituation (China)
 Arbeitsform: Plenum
Diskussion und Reflexion zum Thema
Pausenspiel (Thema: Vertrauen)
Zusatzmaterial für Auslandsvorbereitung und interkulturelle Kompetenz im (Sprach-) Unterricht (Fabeln, Fragebögen, Leitfäden)
Arbeitsform: Gruppenarbeit
Auswertung, Diskussion im Plenum

Zusammenfassung
Ausarbeitung von Handlungsempfehlungen und Maßnahmen
Arbeitsform: Gruppenarbeit
  • Handlungsempfehlungen Lehrer / Dozent
  • Vorbereitungsempfehlungen / Maßnahmen Lerner
Abschließende Diskussion im Plenum
Evaluation


Sie lernen
Im Laufe des Trainings werden Sie die Komplexität interkultureller Kommunikation - hier am Beispiel von Dialogen und Videoaufzeichnungen von mündlichen Prüfungen – nachvollziehen können und verstehen lernen. Sie werden im Hinblick auf das Erkennen und den Umgang mit Problembereichen einer solchen Kommunikation sensibilisiert und entwickeln Handlungsempfehlungen, die sowohl Ihnen als auch Ihren ausländischen Studenten das Miteinander wesentlich erleichtern.


Methoden

Wir unterziehen Sprache als „Kultur-Transportmittel“ einer eingehenden Betrachtung und Analyse und widmen uns dann – am Hintergrund der didaktischen Sozialisation – der Kulturerkundung im Bereich interkulturelle Kommunikation. Als Fallbeispiele werden uns hier Dialoge und Videoaufzeichnungen von mündlichen Prüfungen dienen. Diese Fallbeispiele werden einer detaillierten Analyse unterzogen und die jeweiligen Problemfelder dann kontrastiv – im Hinblick auf den eigenen Kulturkreis – abgehandelt (Präsentation ausgearbeiteter Ergebnisse).  Am Ende des Seminars erstellen 
und präsentieren die Teilnehmer einen Leitfaden mit Handlungsempfehlungen bzw. Maßnahmen.

Teilnehmerkreis

Lehrer und Dozenten, die ausländische Studenten unterrichten, prüfen oder deutsche Studenten für den Aufenthalt an ausländischen Universitäten vorbereiten - und das nicht nur ausschließlich im Bereich Sprache und Sprachenvermittlung. 
   

Organisatorisches

Dauer: 2 Tage
Termin: auf Anfrage
Ort: Göttingen
Teilnehmer: max. 12
Dozent: Jiri Burgerstein M.A. (über den Dozenten)

Preis
480,- € zzgl. gestzl. MwSt.
 
Tagungsgetränke und -bewirtung,  2 gemeinsame Mittagessen und Seminarunterlagen sind im Preis enthalten. Wir würden uns über Ihre Teilahme an dieser Veranstaltung freuen.
 
 
Flyer zum Download für diesen Veranstaltungsblock: "Interkulturelle Kompetenz im Fremdsprachenunterricht.pdf".  
 
Wenn Sie diese Veranstaltung gerne als Inhouse-Schulung buchen möchten, nehmen Sie bitte über folgendes Formular Kontakt zu uns auf. 

Informationen über den ersten Block "Einführung in Grundlagen und Curriculumplanung für spezifische Zielgruppen" erhalten Sie hier.

Wir würden uns über Ihre Teilnahme an dieser Veranstaltung freuen.

 

Qualitätssicherung und Zertifizierung

Qualität in der Bildung: IKUD® Seminare ist zugelassener Bildungsträger nach AZWV, offiziell akkreditierter Anbieter von Fortbildungs- und Qualifizierungsangeboten des Instituts für Qualitätsentwicklung Wiesbaden (§ 1 Abs. 2 iVm. §§ 9-11 IQVO) sowie durch die Deutsche Gesellschaft für interkulturelle Trainingsqualität e.V. (dgikt) offiziell geprüft und zertifiziert. 

ESF Förderung Europa dgikt TQCert Zertifizierung AZWV Institut für Qualitätsentwicklung IQ