Mit dem Begriff ‚Alltagsrassismus‘ wird die persönliche oder institutionelle Ausgrenzung und Benachteiligung von Menschen im Alltag aufgrund rassistischer Stereotype und Vorurteile innerhalb der Gesellschaft benannt.
Rassistische Stereotype bedienen sich zwar jahrhundertealter kolonialer und menschenfeindlicher Denkmuster, äußern sich in Alltagssituationen jedoch vorwiegend in subtilen Verhaltensweisen oder verbergen sich hinter scheinbar neutralen Fragen oder ‚gutgemeinten‘ Komplimenten. Nicht von Rassismuserfahrungen betroffene Menschen reflektieren eigene oder fremde alltagsrassistische Handlungen oder Sprechakte selten bis gar nicht, während Betroffene wiederrum beständig mit Stereotypen und Vorurteilen konfrontiert werden.
Die meist unbewusste (unconscious bias) oder unbeabsichtigte Reproduktion von alltagsrassistischen Handlungsweisen trägt fortwährend zum Bestehen rassistischer Strukturen innerhalb der Gesellschaft bei. Schließlich ist Alltagsrassismus kein individuelles Problem oder ein situatives Fehlverhalten, sondern durchzieht die gesamte Gesellschaft und betrifft alle die in ihr wirkenden Institutionen und Strukturen. Die Bekämpfung alltagsrassistischer Erfahrungen erfordert demnach ein breites zivilgesellschaftliches Bewusstsein sowie die individuelle und kollektive Bereitschaft, Verantwortung zu übernehmen und entsprechende Handlungsstrategien zu entwickeln, um Betroffene zu schützen.





