Fortbildung Prozessbegleiter Interkulturelle Öffnung und Diversity Management

Seminare für Organisationen

Aktiv interkulturelle Öffnungsprozesse begleiten lernen: Fortbildung Prozessbegleiter

Chancengleichheit besteht nicht darin, dass jeder einen Apfel pflücken darf, sondern dass der Zwerg eine Leiter bekommt. (Reinhard Turre)

Interkulturelle Öffnung ist die strategische Entscheidung einer Institution, einer Organisation oder eines Unternehmens, Handlungsansätze zu entwickeln und umzusetzen, die den Anforderungen unserer globalisierten und durch Zuwanderung geprägten Gesellschaft entsprechen. Alle Menschen mit und ohne Zuwanderungsgeschichte sollen Zugang zu den Dienstleistungen, Produkten und Ressourcen der jeweiligen Institution erhalten. Das Konzept Diversity Management (DiM) erweitert den Blick um die Dimensionen Geschlecht, Alter, sexuelle Orientierung, Religion, soziale Herkunft sowie geistige und körperliche Fähigkeiten. Die vorhandene Vielfalt und die damit verbundenen Potenziale all dieser Aspekte, aus denen sich Individuen „mosaikartig“ zusammensetzen, werden als bereichernd wahrgenommen, wertgeschätzt und erschlossen.

Neben der notwendigen Anerkennung der gesellschaftlichen Realität und einem positiven Menschenbild sind auch gesetzliche Grundlagen –  genannt seien beispielsweise das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz AGG oder auf EU-Ebene die Charta der Grundrechte (insb. Art. 21) – richtungsweisend für eine weitreichende interkulturelle Öffnung und Implementierung von Diversity Management. Soziale Verbände wie Caritas, Diakonie und AWO reagieren: Chancengleichheit durch interkulturelle Öffnung wird im Leitbild verankert.

Doch wie initiiert und steuert man auf Führungsebene einen so grundlegenden Organisationsentwicklungsprozess? Auf welchen Ebenen setzt man mit welchen Maßnahmen an?

Die von IKUD® Seminare angebotene Fortbildung führt bundesweit erstmalig die beiden aktuellen Ansätze Diversity Management und Inter- bzw. Transkulturelle Öffnung systematisch zusammen und arbeitet Gemeinsamkeiten für die Organisationsentwicklung heraus. Durch die Teilnahme am Lehrgang bekommen Sie einen umfassenden Change-Management-Ansatz präsentiert, der es Ihnen ermöglicht, auf kommende Herausforderungen im Organisationsumfeld flexibel zu reagieren und eine Lernende Organisation zu etablieren. Als Experten für interkulturelle Kommunikation und Kompetenz legen wir einen Schwerpunkt der Fortbildung auf interkulturelle Fragestellungen. Sie werden jedoch merken, dass sich eine Übertragung auf Diversity-Aspekte in der Praxis geradezu anbietet.

Durch unsere jahrelangen Erfahrungen im Bereich der Beratung für Interkulturelle Öffnung und Diversity-Prozesse stellen wir mit Ihnen zusammen wichtige Verknüpfungen her: Wir stellen Ihnen erforderliche Maßnahmen und Instrumente für den Öffnungsprozess vor und Sie erhalten u.a. eine Zusammenstellung an planungsrelevanten Checklisten, Reflexionsbögen und Instrumenten, die Ihnen den Organisationsentwicklungsprozess näher bringen und Ihnen viel Zeit und Aufwand ersparen.

Bei uns lernen Sie, wie ein erfolgreicher (interkultureller) Öffnungsprozess geleitet und begleitet wird. Es gelingt Ihnen künftig besser, Leistungen anhand der Bedürfnisse spezifischer Zielgruppen auszurichten und effizienter zu gestalten. Zugangsbarrieren und ungewollte Machtdifferenzen werden identifiziert und abgebaut, Inklusion ermöglicht. So wird soziale Teilhabe von Minderheiten an gesellschaftlichen Institutionen sowohl auf Mitarbeiter-  als auch auf Kundenebene realisierbar und damit Integration ermöglicht.

Angebote, Leistungen und Programme, die an eine durch Demografie und Migration veränderte Kundenstruktur angepasst sind, vermeiden teure Fehlversorgungen. Die Abkehr vom Defizit- und hin zum Empowerment-Ansatz sorgt für eine Steigerung der Kunden- und Mitarbeiterzufriedenheit und der Arbeitsleistung.

Dimensionen/Ebenen der Interkulturellen Öffnung

Drei Ebenen der ikÖ werden in der „Fortbildung zum Prozessbegleiter (m/w) für Interkulturelle Öffnung und Diversity Management“ betrachtet und bearbeitet, die sich identisch auf die Steuerung eines Diversity Management-Prozesses übertragen lassen.

  • Organisationsentwicklung/strukturelle Ebene
    Die Einrichtung muss auf organisationaler Ebene teilweise neu ausgerichtet werden. Strukturelle Selbstverständlichkeiten und Arbeitsroutinen werden in Bezug auf Zugangsbarrieren und Potentiale hinterfragt, Leitbild und Ziele entwickelt.
  • Personalentwicklung/persönliche und fachliche Ebene
    Weiterbildungen wie interkulturelle Trainings, Kommunikationstrainings, interkulturelle Teambildungsmaßnahmen und Supervision auf allen Ebenen steigern die interkulturelle Kompetenz, aber auch die Kommunikations- und Konfliktkompetenz der Mitarbeiter/innen. Zentrale Aufgabe der Personalentwicklung ist aber auch die Einstellung und der Einsatz von Mitarbeitern: Stellenprofile können überprüft werden, spezifische Kenntnisse (z.B. Sprachen) werden an der richtigen Stelle genutzt.
  • Projektmanagement/Prozessbegleitung
    Die erfolgreiche Implementierung einer interkulturell geöffneten Organisation und des Diversity Managements hängt von einem strukturierten Prozessmanagement ab. Es gilt nicht nur einen klaren Auftrag und verbindliche Ziele zu definieren, sondern auch Aufgaben und Rollen verbindlich zu planen und zu strukturieren sowie Maßnahmen und Ziele regelmäßig zu überprüfen. Führungskräften und Prozessbegleitern kommt hier insbesondere die Aufgabe zu, den Überblick über den Gesamtprozess zu bewahren und die Koordination zwischen allen Beteiligten und relevanten Maßnahmen zu gewährleisten.

Inhalte

Modul 1: Grundlagen und Konzept (3 Tage)

Die Konzepte „Interkulturelle Öffnung“ und „Diversity Management“ werden vorgestellt, deren rechtlichen und gesellschaftlichen Hintergründe bearbeitet, Unterschiede und Gemeinsamkeiten herausgestellt und Maßnahmen diskutiert. Immer wieder wird in aktiven Übungen auch die interkulturelle Kompetenz und Ambiguitätstoleranz der Teilnehmenden aktiviert und gesteigert.

  • Arbeitsrechtliche Grundkenntnisse zum AGG und den EU-Gleichbehandlungsrichtlinien
  • Konzepte „Interkulturelle Öffnung“ und „Diversity Management“
  • Interkulturelle Kommunikation und Kompetenz
  • Chancengleichheit und Managing Diversity
  • Instrumente der interkulturellen Öffnung: Checklisten, Anleitungen und Materialien zur Reflexion und Ist-/Soll-Analyse

Modul 2: Organisationsentwicklung und Projektmanagement ikÖ und DiM (3 Tage)

Organisationsentwicklung, Qualitätsentwicklung und Projektmanagement sind die großen Themen des zweiten Moduls. Zudem geht es um das Thema Personalmanagement in all seinen Facetten: Teambildung, Konfliktmanagement, Personalbeschaffung, Aus- und Weiterbildungen etc. Ziel ist es, aufgrund der vermittelten Inhalte für die eigene Institution ein Konzept der interkulturellen Öffnung/ des Diversity Managements aufzubauen. Es können, ggf. auch in Gruppenarbeit, bereits konkrete Maßnahmen – z.B. ein Mentorenprogramm oder eine Neuausrichtung bei Stellenausschreibungen – ausgearbeitet werden.

  • Organisationsentwicklung im Hinblick auf Aspekte der Vielfalt
  • Qualitätsmanagement und Qualitätsentwicklung
  • Projektmanagement (Vorgehensweisen, Evaluationsmaßnahmen, Indikatoren im Öffnungsprozess etc.)
  • Führung und Motivation im interkulturellen Kontext
  • Netzwerke
  • Projektkonzeption
  • Interkulturelles bzw. zielgruppenübergreifendes „Marketing“: Wie erreiche ich alle meine Zielgruppen?

Modul 3:  Projektvorstellung und Zertifizierung (2 Tage)

Im letzten Modul steht die Vorstellung der in der Ausbildung konzipierten Projekte zur interkulturellen Öffnung / Diversity Management-Implementierung im Vordergrund. Die einzelnen Projektarbeiten werden von den Teilnehmer/innen vorgestellt. Daraufhin erfolgen Feedback und Auswertungshinweise sowie ein ausführliches Resümee. Weiterhin werden konkrete Umsetzungsschritte und -strategien für die Praxis erörtert.

Zum Ende der Veranstaltung erfolgt eine Evaluierung (Ziele, Funktionen, Methoden, Ebenen) und die Teilnehmer erhalten ein Zertifikat.

Sie lernen

Als „Prozessbegleiter (m/w) für Interkulturelle Öffnung und Diversity Management“  verfügen Sie am Ende der Ausbildung über einen professionellen Rahmen, der es Ihnen ermöglicht, Prozesse der interkulturellen Öffnung und Implementierung von Diversity Management eigenständig zu initiieren und zu koordinieren. Sie haben einen Überblick über die notwendigen Schritte im Prozess – auch im Hinblick auf ihre zeitliche Abfolge – und einen Blick „auf das große Ganze“. Wie die Projekte „ikÖ“ bzw. „DiM“ gemanagt und welche Maßnahmen auf welcher Ebene erfolgen müssen, ist Ihnen ebenso klar wie der Umgang mit eventuell auftretenden Konflikten und Hemmnissen. Sie sind souverän(er) im Umgang mit Transkulturalität und organisationaler Verantwortung.

Alle Teilnehmer/innen erhalten für jede Veranstaltung ein ausgearbeitetes Handout mit den wesentlichen Inhalten der Ausbildung.

Methoden

Wir legen besonderen Wert auf ein breites Spektrum an Methoden, da durch differenzierte Wissensvermittlung erfahrungsgemäß ein besserer Lernerfolg garantiert ist. Die Fortbildung setzt deshalb auf folgenden Ebenen an:

  • Lernen auf der Erfahrungsebene: Sie erleben Übungen selbst auf der Teilnehmerebene
  • Lernen auf der Anwenderebene: Sie reflektieren gemachte Erfahrungen und gewinnen so Rückschlüsse für die eigene Praxis
  • Lernen durch Konzeption: Sie lernen, die Inhalte für Ihre eigene Organisation anzuwenden und entwickeln eine konkrete Maßnahme für ikÖ/DiM. Dabei bekommen sie Tipps für die praktische Umsetzung
  • Lernen durch Auswertung: Durch die Evaluierung von Materialien und Programmen werden Ihnen neue Perspektiven eröffnet und gemeinsam werden praktische Handlungsanweisungen erarbeitet

So gehen wir vor:

  • Praxisbezogen und transfersichernd (Fallbearbeitung durch kollegiale Beratung, Supervision etc.)
  • Handlungsorientiert
  • Zielgruppenorientiert
  • Teilnehmeraktivierend (Arbeitsgruppen, Workshops, Kurzreferate, Präsentationen etc.)
  • Prozessorientiert (Kultursimulation, Wahrnehmungs- und Kommunikationsübungen im interkulturellen Kontext, etc.)
  • Methodenwechsel und Vielfalt
  • Einsatz von Medien und unterschiedlichen Materialien

Teilnehmerkreis

Fach- und insbesondere Führungskräfte von sozialen Diensten, Einrichtungen und Institutionen der sozialen Infrastruktur, Mitarbeiter/innen mit Personalverantwortung aus Wohlfahrtsverbänden, Arbeitsverwaltung, Betrieben und Einrichtungen sowie Behörden und dem Dienstleistungssektor. Angesprochen sind ebenso Zuständige für Diversity-Projekte in Unternehmen und Organisationen oder Universitäten. Überall dort, wo nach dem Inclusive Leadership-Ansatz gearbeitet wird, sind Kenntnisse zur Prozessbegleitung von Transkultureller Öffnung und Diversity Management wichtig.

Organisatorisches

Dauer: 8 Tage
Termin: Auf Anfrage
Ort: Göttingen oder Inhouse
Teilnehmeranzahl: max. 14

Seminarraum IKUD Seminare

Zu unseren Seminarräumen

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Ihre Trainer:
Alexander Reeb M.A. oder Markus Pfeil Dipl.-Sozialarbeiter, Dipl.-Sozialpädagoge (über die Dozenten)
Preis: 2.350,– €

* Der Betrag ist gemäß § 4 Nr. 21 a) bb) UStG umsatzsteuerfrei.

Im Preis enthalten sind neben allen Material-, Handout- und Zertifizierungskosten auch die komplette Tagungsverpflegung inkl. Gebäck, Getränken und Obst. Der Preis beinhaltet jedoch weder Mittag- noch Abendessen sowie auch keine Kosten für die Übernachtung. Bei der Auswahl von Übernachtungen unterstützen wir Sie gerne.

Wir würden uns über Ihre Teilnahme an dieser Veranstaltung freuen.

Durchführung

Wenn Sie diese Veranstaltung gerne als Inhouse-Schulung buchen möchten, nehmen Sie bitte über folgendes Formular Kontakt zu uns auf.

Artikel- und Seminarhinweise zum Thema “Fortbildung Prozessbegleiter & Interkulturelle Öffnung”

 

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