Die Mehrheitsgesellschaft bestimmt und repräsentiert aus ihrer relativen Machtposition heraus die herrschenden kulturellen Normen innerhalber der Gesellschaft. Mit dieser kulturellen Deutungsmacht gehen gesellschaftliche Privilegien einher, die sozialen oder kulturellen Minderheiten innerhalb der Gesellschaft verwehrt bleiben. Wer die relative Position der Mehrheitsgesellschaft für sich beanspruchen und durchsetzen kann hängt damit zusammen, entlang welcher gesellschaftlich anerkannter Differenzlinien zwischen Minderheit und Mehrheit unterschieden wird. Denn der Begriff Mehrheitsgesellschaft ist nicht immer zwingend mit der Größe des Anteils an der Gesamtbevölkerung gleichzusetzen. So können auch Frauen oder People of Colour, die in ihren jeweiligen Gesellschaften zwar die relative Mehrheit innerhalb der Bevölkerung stellen, von der gesellschaftlich dominierenden patriarchalen oder rassistischen Mehrheitsgesellschaft diskriminiert werden.
Artikelhinweise
Kulturerfassungsmodell nach Prof. Dr. Dr. Karl Heinz Flechsig: Kulturelle Orientierungen Es existieren verschiedene Theorien und Modelle, die der Erforschung von kulturellen Unterschieden dienen. Zur Analyse und Entwicklung interkultureller Trainings eignet sich insbesondere das theoretische Konstrukt der „kulturellen Orientierung”. Der Begriff…
Die Gesamtheit vor das Einzelne – Universalismus Universalismus ist ein Denkansatz, bei dem die Gesamtheit und das Allgemeine vor das Einzelne und Besondere tritt. Demnach gelten bestimmte Prinzipien und Normen für alle Menschen gleichermaßen. In universalistisch orientierten Gesellschaften wird Regeln…





