Seminar Kultursensible Pflege und Behandlung

Für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in Krankenhäusern, Pflegeeinrichtungen, ambulanten Diensten und Pflegeschulen: Seminar Kultursensible Pflege und Behandlung

Im Zuge von Fluchtbewegungen haben seit 2014 fast 2 Mio. Menschen Asyl in Deutschland beantragt. Sie sollen und müssen auch gesundheitlich versorgt werden. Und in der Altenpflege erreicht die Generation der ersten Gastarbeiter nun die Altersklassen mit dem höchsten Pflegerisiko. Es ist an der Zeit, sich dem Thema Kultur stärker zu widmen.

Interkulturelle Kompetenz zählt heute zu den Schlüsselqualifikationen für Klinikpersonal, Ärzt*innen und Pflegende. Ganz gleich, ob bei der Kommunikation mit Patientinnen und Patienten aus Syrien oder bei der Versorgung von Pflegebedürftigen aus der Türkei – die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter müssen lernen, wie man gut mit dem „Fremden“ umgeht.

Inhalte

Die Teilnehmenden erwerben nicht nur wichtiges theoretisches Wissen zu den Zusammenhängen von Gesundheit, Krankheit, Medizin, Pflege und Kultur. Sie beziehen die neuen Erkenntnisse direkt auf ihren beruflichen Alltag und erweitern damit auch ihre Sozialkompetenz.

Grundlagen interkultureller Kompetenz im Seminar Kultursensible Pflege und Behandlung

  • Einführung in kultursensible Versorgung und Pflege: Basiswissen zum Thema Kultur im Gesundheitswesen und in der Pflege; kulturell und religiös unterschiedliche Sichtweisen auf Gesundheit, Krankheit und Sterben; kulturell bedingte Rollenerwartungen an gesundheitliche Versorgung und Pflege
  • Kulturelle Orientierungen im Gesundheitswesen und in der Pflege: Bedeutung von Kulturdimensionen und Kulturstandards im Gesundheitswesen und in der Pflege (bspw. Hierarchien, Individualismus vs. Kollektivismus, Kommunikationsstile, Einstellung zu Zeit und Raum, Rollenerwartungen); Reflexion der eigenen kulturellen Prägung und Kennenlernen „anderer“ Orientierungen
  • Interkulturelle Kommunikation in Krankenhäusern und Pflegeeinrichtungen: Basiswissen zu den kulturabhängigen Kommunikationsstilen; Reflexion des eigenen Kommunikationsstils; Kennenlernen „fremder“ Kommunikationsstile, Praktische Hilfestellungen bei der Kommunikation mit PatientInnenPatient*innen mit Migrationsgeschichte und Pflegebedürftigen, kultursensibel Patienten- und Angehörigengespräche führen

Guter Umgang mit interkulturellen Konflikten und Stereotypen

  • Sensibilisierung für das „Fremde“: Verständnis der kulturabhängigen Einstellungen von Patient*innen mit Migrationsgeschichte und Pflegebedürftigen erweitern; Perspektivwechsel in Form der Simulation eines Kulturschocks; Potenziale kultursensibler Pflege und Versorgung kennenlernen
  • Kritische Ereignisse im Arbeitsalltag: Einführung in die „Methode der kritischen Ereignisse“; Praktische Hilfestellungen für die Lösung kulturbedingter Konflikte mit Patient*innen mit Migrationsgeschichte oder Pflegebedürftigen
  • Hintergründe von Vorurteilen: Praktische Einführung in die Kognitionspsychologie zur Schärfung der „eigenen Sicht“ auf die Welt (bspw. Priming, Framing); Ursachen für die Entstehung von Vorurteilen; Maßnahmen, um Vorurteile gegenüber kulturell anders geprägten PatientInnen oder Pflegebedürftigen zu vermeiden

Sie lernen

Durch das Seminar „Kultursensible Pflege und Behandlung“ wird die interkulturelle Kompetenz von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in Gesundheitswesen und Pflege geschult. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer werden für die kulturellen und religiösen Hintergründe ihrer PatientInnen oder Pflegebedürftigen zu den Themen Krankheit, Gesundheit und Pflege sensibilisiert – bspw. durch die Vermittlung von religiösen Riten, des Umgangs mit Erkrankungen oder der Rolle von Medizin und Pflege in anderen Ländern.

Die Teilnehmenden erhalten praktische Hilfestellungen bei der Kommunikation mit Menschen mit Migrationshintergrund. Ihnen wird verdeutlicht, wie man typischerweise in Deutschland und in anderen Ländern kommuniziert. Daran anknüpfend können Techniken der kultursensiblen Kommunikation verinnerlicht werden.

Ein besseres Verständnis der kulturabhängigen Einstellungen von Patient*innen mit Migrationsgeschichte und Pflegebedürftigen ist die Voraussetzung, um interkulturelle Konflikte zu vermeiden bzw. frühzeitig im Arbeitsalltag zu erkennen. Die Teilnehmenden lernen deshalb die „eigene Sicht“ auf die Welt besser kennen. Darauf aufbauend kann für die gute Lösung kulturell bedingter Konflikte und für die Vermeidung von Vorurteilen im Arbeitsalltag sensibilisiert werden.

Methoden

Das „Seminar Kultursensible Pflege und Behandlung“ zeichnet eine große Methodenvielfalt aus. Neben Gruppenarbeiten, Simulationen, Rollenspielen und Kommunikationsübungen vermitteln flankierende Vorträge den theoretischen Hintergrund. Ein Schwerpunkt liegt auf Fallbeispielen aus der Praxis. Den Teilnehmerinnen und Teilnehmern wird dadurch neues Wissen vermittelt, das sich eng an ihrer beruflichen Realität orientiert.

Teilnehmerkreis

Die Fortbildung richtet sich an alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in Krankenhäusern, Pflegeeinrichtungen, ambulanten Diensten und Pflegeschulen. Es ist insbesondere wichtig für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter mit regelmäßigem Kontakt zu PatientInnen und Pflegebedürftigen mit Migrationshintergrund.

Organisatorisches

Dauer: 2 Tage
Termin: Auf Anfrage Inhouse
Teilnehmeranzahl: max. 15
Ort: Inhouse oder Göttingen

Unsere Seminarräume im Herzen von Göttingen

Ihr Trainer: Dr. Meiko Merda

Dr. Meiko Merda

Über den Dozenten

Durchführung Inhouse

Seminardurchführung Inhouse
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Seminar kultursensible Pflege und Behandlung
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