Interkulturelle Kompetenz im Gesundheitswesen: Seminar inhouse

Seminar für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in Krankenhäusern, Pflegeeinrichtungen, ambulanten Diensten und Pflegeschulen

Kultursensibel gesundheitlich versorgen & pflegen: Der Fachkräftemangel ist im deutschen Gesundheitswesen Realität. Die Bundesagentur für Arbeit zählt die Pflege mittlerweile zu den Mangelberufen. In keiner anderen Branche dauert es aktuell länger als in der Altenpflege, eine neue Fachkraftstelle wieder neu zu besetzen. Zunehmend fokussiert sich die Rekrutierung von Gesundheitspersonal deshalb auf das Ausland. Alleine in der Altenpflege hat sich die Zahl der ausländischen Fachkräfte in den Jahren 2013 bis 2019 fast verdreifacht von 30.000 auf 80.000.

Interkulturelle Kompetenz zählt heute zu den Schlüsselqualifikationen für Klinikpersonal, Ärzte und Pflegende. Ganz gleich, ob bei der Integration ausländischer Assistenzärzte im Team oder bei der Kommunikation mit Patientinnen und Patienten aus anderen Kulturkreisen – die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter müssen lernen, wie man gut mit dem „Fremden“ umgeht.

Inhalte

Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer erwerben nicht nur wichtiges theoretisches Wissen zu den Zusammenhängen von Gesundheit, Krankheit, Pflege und Kultur. Sie beziehen die neuen Erkenntnisse direkt auf ihren beruflichen Alltag und erweitern damit auch ihre Sozialkompetenz.

Grundlagen interkultureller Kompetenz

  • Einführung in kultursensible Versorgung und Pflege: Basiswissen zum Thema Kultur im Gesundheitswesen und in der Pflege; kulturell und religiös unterschiedliche Sichtweisen auf Gesundheit, Krankheit und Sterben; kulturell bedingte Rollen-erwartungen an gesundheitliche Versorgung und Pflege
  • Kulturelle Orientierungen im Gesundheitswesen und in der Pflege: Bedeutung von Kulturdimensionen und Kulturstandards im Gesundheitswesen und in der Pflege (bspw. Hierarchien, Individualismus vs. Kollektivismus, Kommunikationsstile, Einstellung zu Zeit und Raum, Rollenerwartungen); Reflexion der eigenen kulturellen Prägung und Kennenlernen „anderer“ Orientierungen
  • Interkulturelle Kommunikation in Krankenhäusern und Pflegeeinrichtungen: Basiswissen zu den kulturabhängigen Kommunikationsstilen; Reflexion des eigenen Kommunikationsstils; Kennenlernen „fremder“ Kommunikationsstile, Praktische Hilfestellungen bei der Kommunikation mit ausländischen Kolleginnen und Kollegen, Patientinnen und Patienten sowie Pflegebedürftigen

Guter Umgang mit interkulturellen Konflikten und Stereotypen

  • Sensibilisierung für das „Fremde“: Verständnis der kulturabhängigen Einstellungen von ausländischen Kolleginnen und Kollegen, Patientinnen und Patienten sowie Pflegebedürftigen erweitern; Perspektivwechsel in Form der Simulation eines Kulturschocks; Potenziale kulturell gemischter Arbeitsteams kennenlernen
  • Kritische Ereignisse im Arbeitsalltag: Einführung in die „Methode der kritischen Ereignisse“; Praktische Hilfestellungen für die Lösung kulturbedingter Konflikte in einer Einrichtung des Gesundheitswesens
  • Hintergründe von Vorurteilen: Praktische Einführung in die Kognitionspsychologie zur Schärfung der „eigenen Sicht“ auf die Welt (bspw. Priming, Framing); Ursachen für die Entstehung von Vorurteilen; Maßnahmen, um Vorurteile zu vermeiden

Sie lernen

Durch das Seminar wird die interkulturelle Kompetenz von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in Gesundheitswesen und Pflege geschult. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer werden für die kulturellen und religiösen Hintergründe der Themenbereiche „Krankheit“, „Gesundheit“ und „Pflege“ sensibilisiert – bspw. durch die Vermittlung von religiösen Riten, des Umgangs mit Erkrankungen oder der Rolle von Gesundheits- und Pflegepersonal in anderen Ländern.

Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer erhalten praktische Hilfestellungen bei der Kommunikation mit Menschen mit Migrationshintergrund. Ihnen wird verdeutlicht, wie man typischerweise in Deutschland und in anderen Ländern kommuniziert. Daran anknüpfend können Techniken der kultursensiblen Kommunikation verinnerlicht werden.

Ein besseres Verständnis der kulturabhängigen Einstellungen von ausländischen Kolleginnen und Kollegen, Patientinnen und Patienten sowie Pflegebedürftigen ist die Voraussetzung, um interkulturelle Konflikte zu vermeiden bzw. frühzeitig im Arbeitsalltag zu erkennen. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer lernen deshalb die „eigene Sicht“ auf die Welt besser kennen und sie werden bei einer Simulation mit einem Kulturschock konfrontiert. Darauf aufbauend kann für die gute Lösung kulturell bedingter Konflikte und für die Vermeidung von Vorurteilen im Arbeitsalltag sensibilisiert werden.

Methoden

Das “Seminar Interkulturelle Kompetenz im Gesundheitswesen” zeichnet eine große Methodenvielfalt aus. Neben Gruppenarbeiten, Simulationen, Rollenspielen und Kommunikationsübungen vermitteln flankierende Vorträge den theoretischen Hintergrund. Ein Schwerpunkt liegt auf Fallbeispielen aus der Praxis. Den Teilnehmerinnen und Teilnehmern wird dadurch neues Wissen vermittelt, das sich eng an ihrer beruflichen Realität orientiert.

Teilnehmerkreis

Die Fortbildung richtet sich an alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in Krankenhäusern, Pflegeeinrichtungen, ambulanten Diensten und Pflegeschulen. Es ist insbesondere wichtig für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter mit regelmäßigem Kontakt zu Menschen mit Migrationshintergrund.

Organisatorisches

Dauer: 2 Tage
Termin: Auf Anfrage Inhouse
Teilnehmeranzahl: max. 15
Ort: Inhouse oder Göttingen

Dr. Meiko Merda
Regine Kracht
Dr. Nicole Meckoni
Annette Jall - Seminaransicht

Artikel- und Seminarhinweise zum Thema “Interkulturelle Kompetenz im Gesundheitswesen”

Interkulturelle Kompetenz im Gesundheitswesen - Seminar
© Andrey Popov /Fotolia
    2 Tage

    Online, Inhouse, Präsenz

    Kurs ID:
    IK-GI

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