China: Interkulturelle Kompetenz mit Geschäftspartnern

16. Oktober 2009

Pressemitteilungen

„Haben Sie schon gegessen?“

„Die Chinesische Schrift und Sprache scheint für viele nach wie vor ein Rätsel zu sein. Oft genug blicke ich in erstaunte Gesichter, wenn ich mich mit chinesischen Freunden auf Chinesisch unterhalte oder in Schriftzeichen kommuniziere“, sagt Tobias Zrowotke, Projektmitarbeiter im Bereich Interkulturelle Kommunikation bei IKUD® Seminare.

Sich mit Chinesen in ihrer Muttersprache zu unterhalten ist die eine Sache. Interkulturelles Handeln ist die andere Sache. Speziell von China-erfahrenen Deutschen hört man oft, wie sehr die Verhaltens- und Handlungsweisen der Chinesen bei deutsch-chinesischen Begegnungen für Befremdung und Überraschung sorgen können. Besonders deutlich wird dies bei Äußerung von Bitten, Wünschen und Ablehnungen seitens des chinesischen Gesprächspartners. Hierbei kommen routinierte Sprechhandlungen zum Einsatz. Wenn auf chinesischer Seite zum Beispiel keine konkrete Aussage gemacht werden kann oder keine Entscheidung getroffen werden will, dann vermeidet man Aussagen wie „Ich kann jetzt nichts Konkretes sagen“ oder „Ich kann jetzt noch keine Entscheidung treffen“. Stattdessen sagt man: „Über diese Frage müssen wir noch mal nachdenken“. Aus deutscher Sicht wird dies schnell als „ausweichend weitschweifige Blumigkeit“ aufgefasst.

Genau hier liegt die Gefahr von Missinterpretation, denn voreilige Beurteilungen bestimmter Äußerungen können leicht zu falschen Schlussfolgerungen führen. Der Grund liegt im mangelnden Wissen über Kommunikationsregeln, die im chinesischen Handlungsmuster manifestiert sind. Es sind die routinierten Sprechhandlungen der Akteure, die oft problematisch bei kulturellen Überschneidungssituationen und letztlich Ursache für interkulturelle Missverständnisse sind, um nur einen Aspekt interkulturellen Handelns zu nennen.

Doch das soll nicht bedeuten, dass die deutsch-chinesische Kommunikation von Vornherein zum Scheitern verurteilt ist. Wichtig ist es sich Kenntnisse der kulturhistorischen verankerten und gesellschaftlich bedingten Wertesysteme und Sozialordnung anzueignen. Erst dann ist man in der Lage, routinierte Handlungen mit ihrer rituellen Bedeutung zu verstehen. Wenn Sie zum Beispiel Ihr chinesischer Gesprächspartner fragt „Haben Sie schon gegessen?“, dann wird er sehr wahrscheinlich weder wissen wollen, ob sie tatsächlich schon gegessen haben, noch soll dies eine Einladung zum Essen sein. Es ist lediglich als routinierte Höflichkeitsfloskel im chinesischen Alltag bei der Begrüßung zu verstehen. Für Chinesen selbstverständlich, kann schon allein dieser kurze Satz im interkulturellen Kontext nicht bzw. falsch verstanden werden, wenn der Gesprächspartner den Satz wörtlich nehmen würde, ohne die kulturspezifische Ausdrucks- und damit verbundene Verhaltensweise zu kennen.

Diese Problematik in der interkulturellen Kommunikation trifft nicht allein für China zu. Arbeiten Menschen verschiedener kultureller Prägung mit unterschiedlichen Norm- und Wertvorstellungen zusammen, kommt es häufig zu interkulturellen Missverständnissen. Das gilt sowohl für Japan und Indien genauso wie für Frankreich und England. Diesen vorzubeugen, ist eine Aufgabe interkultureller Trainings. IKUD® Seminare, Weiterbildungsunternehmen aus der Universitätsstadt Göttingen steht für Inter-Kultur und Didaktik und ist die professionelle Antwort auf den steigenden Trainings-, Coachings- sowie Beratungsbedarf auf dem Gebiet internationaler Zusammenarbeit. Neben der zertifizierten „Ausbildung zum interkulturellen Trainer (m/w) in 5 Modulen“ werden dort auch länderspezifische Seminare angeboten, beispielsweise für China, Russland, Indien und die USA.

Gerade in Krisenzeiten werden die Jobs für junge Berufseinsteiger immer knapper und die Anforderungen an Hochschulabsolventen höher. Der Druck auf Studierende steigt stetig. Aus diesem Grund eröffnen sich speziell für Studierende und Absolventen von geisteswissenschaftlichen, kulturwissenschaftlichen oder sprachwissenschaftlichen Studiengängen unterschiedlichster Fachrichtungen, wie beispielsweise European Studies, Interkulturelles Management, Indologie oder Sinologie, interessante Einstiegsmöglichkeiten in die Berufswelt, sei es in Form einer Ausbildung oder eines Praktikums. Das kann sowohl erste Grundlage für eine erfolgreiche Selbstständigkeit sein, als auch die eigene Attraktivität auf dem Arbeitsmarkt fördern, zum Beispiel für eine Tätigkeit im Personalbereich international agierender Unternehmen. „Das ist auch der Grund gewesen, weshalb eine Tätigkeit im Bereich Interkulturelle Kommunikation bei IKUD® Seminare für mich interessant schien“, sagt Tobias Zrowotke, Absolvent des Bachelorstudiengangs „Modern China“ an der Universität Würzburg.

Bei weiteren Fragen steht Ihnen das Team von IKUD® Seminare jederzeit gerne auch persönlich zur Verfügung.

Das Seminar „Interkulturelles Training China“ wendet sich an Personen, die beruflich mit diesem Thema zu tun haben.

 

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