Interkulturelle Kompetenz & interkulturelle Bildung in der Schule

Fortbildung interkulturelle Kompetenz für den Schulbereich

Interkulturelle Kompetenz ist in der heutigen multikulturell geprägten Gesellschaft eine Schlüsselqualifikation, die es bereits von jungen Jahren an aufzubauen gilt. Lehrer spielen in diesem Lernprozess eine zentrale Rolle: die Förderung der Wahrnehmung und Akzeptanz kultureller Differenz, die Vermittlung von Werten und der Aufbau interkulturelle Handlungs- und Konfliktlösekompetenz bei den Schülern gehört zu ihren zentralen Herausforderungen.

Die Unterstützung dieser Lernprozesse setzt voraus, dass Lehrer in ihrer Funktion als Multiplikator und Vorbild selbst über die notwendigen interkulturellen Kompetenzen verfügen. Zudem sehen Lehrer sich auch im Schulalltag immer häufiger mit interkulturellen Fragen und Problemen konfrontiert, zu deren Bewältigung sie in der Lehrerausbildung meist nur unzureichend vorbereitet werden.

Inhalte

Die Fortbildung setzt sich aus 3 Modulen zusammen, wobei die in Modul 2 erarbeiteten praktischen Anregungen für den Unterricht den Schwerpunkt bilden.

Modul 1: Kultur, Interkulturalität und Migration

Im Mittelpunkt des ersten Blocks steht die Vermittlung fundierten Hintergrundwissens über das Phänomen Kultur und ihren Einfluss auf den Menschen. Zentrale Konzepte zum Verständnis fremder kultureller Orientierungen werden hier thematisiert. Die Herausforderungen interkultureller Begegnungen werden aufgezeigt, wobei ein Schwerpunkt auf die besondere Situation und Schwierigkeiten von Migranten gelegt wird.

Folgende Themen stehen im ersten Teil des Trainings im Mittelpunkt:

  • Was ist „Kultur“ und was bedeutet sie für den Menschen?
  • Wie unterscheiden sich Kulturen voneinander und was haben sie gemeinsam? (kulturelle Orientierungen, Kulturstandards, zentrale Unterscheidungsdimensionen)
  • Welche Gefahren bestehen bei der Wahrnehmung, Interpretation und Beurteilung von Menschen anderer kultureller Herkunft und wie kann diesen begegnet werden? (Vorurteile, Ethnozentrismus, Rassismus, usw.)
  • Inwiefern besteht bei interkulturellen Interaktionen Konfliktpotential? Welche Strategien gibt es, um diese zu bewältigen?
  • Was macht die Lebenssituation und Rahmenbedingungen von Migranten in Deutschland aus? Welchen besonderen Problemen müssen sie sich diese, unter anderem im Bezug auf das Thema Schule, stellen? Wie kann man hier Unterstützung bieten?

Modul 2: Didaktische Ansätze und Unterrichtsmaterial

Im zweiten Teil stehen neben einer kurzen Einführung in didaktische Ansätze interkultureller Bildung insbesondere praktische Anregungen für den Unterrichtsalltag im Vordergrund. Ein breites Spektrum an bewährten Methoden (z.B. interkulturelle Spiele, Simulationen, Fallbeispiele, Kulturerkundungsübungen, Projekte usw.) werden vorgestellt, erprobt und diskutiert. Erfahrungsaustausch, gemeinsame Ideensammlungen und selbstständiges Erarbeiten von Übungsmaterial ergänzen die Materialsammlung.

Folgende Elemente bilden die Grundlage dieses Fortbildungsmoduls:

  • Didaktische Konzepte im speziellen Fall des interkulturellen Lernens (u.a. die Bedeutung erfahrungsorientierten Lernens, die Kombination kognitiven, affektiven und verhaltensbezogenen Lernens, kulturallgemeines und kulturspezifisches Lernen, Merkmale und Erlernbarkeit interkultureller Kompetenz)
  • Vorstellung verschiedener interkultureller Lernmethoden und Erprobung ausgewählter Übungen (u.a. interkulturelle Spiele, Rollenspiele, Simulationen, Kulturerkundungen, interkulturelle Projekte, Methode der kritischen Ereignisse, kulturelle Selbstreflexionsübungen)
  • Diskussion der Anwendbarkeit der Methoden im Unterricht
  • Selbstständige Entwicklung von Unterrichtsmaterial durch die Teilnehmer, gemeinsame Ideensammlung und Erfahrungsaustausch zwischen den Teilnehmern

Modul 3: Interkulturelle Konfliktlösung

Im dritten Teil der Fortbildung steht der Erwerb eines Handlungsrepertoires für den Umgang mit den Herausforderungen eines interkulturellen Schulalltags im Vordergrund. Strategien zur Konfliktlösung werden in Übungen und Rollenspielen erarbeitet und unterstützt durch professionelles Feedback reflektiert. Persönliche Erfahrungen der Teilnehmer können eingebracht und gemeinsam bearbeitet werden. Ergänzt wird das Thema der Konfliktbearbeitung durch die Betrachtung von Chancen und Potentialen, die in interkulturellen Begegnungen im Schulalltag liegen sowie um Strategien für eine interkulturelle Elternarbeit.

Im dritten Teil der Fortbildung stehen folgende Aspekte im Mittelpunkt:

  • Strategien für Unterricht und Schulalltag im interkulturellen Kontext
  • Trainieren der Konfliktlösekompetenz der teilnehmenden Lehrer für einen konstruktiven Umgang mit Konflikten in der Klasse (u.a. anhand von Simulationen, Rollenspielen, Beispielfällen)
  • Erarbeitung zentraler Feedback- und Reflexionsmethoden für den Unterricht
  • Erfahrungsaustausch zwischen den Lehrern
  • Strategien, um das Potential interkultureller Klassen für den Unterricht nutzbar zu machen
  • Hinweise für die Elternarbeit mit besonderem Fokus auf Migrationsfamilien

Sie lernen

Ziel dieser Fortbildung ist es einerseits, den teilnehmenden Lehrern fundiertes Wissen über das Thema Kultur und Interkulturalität zu vermitteln und ihre Kompetenz zu fördern, mit den interkulturellen Herausforderungen des Schullalltags umzugehen. Zudem werden den Lehrern umfangreiche Methoden und Materialien an die Hand gegeben, um das Thema Kultur und Interkulturalität in den Unterricht zu integrieren. Ziel dieser Methoden ist es, die Schüler für kulturelle Themen zu sensibilisieren und sie zu konstruktiver Konfliktlösung zu befähigen.

Methoden

Neben Gruppenarbeiten, Simulationen, Rollenspielen, Kommunikationsübungen und Diskussionen vermitteln Ihnen kurze flankierende Vorträge den theoretischen Hintergrund und erleichtern so die Einordnung der Materialien.

Teilnehmerkreis

Diese Fortbildung richtet sich an Lehrer aller Fachrichtungen und Schularten, die multikulturelle Klassen betreuen. Zudem sind Personen angesprochen, die Fort- und Weiterbildung für Lehrpersonal organisieren und / oder durchführen.

Organisatorisches

Dauer: 2 Tage
Termin: 14.-15.12.2017
Teilnehmeranzahl: max. 12
Ort: Göttingen

Seminarraum IKUD Seminare
Zu unseren Seminarräumen

Ihr Trainer:
Markus Pfeil, Dipl.-Sozialarbeiter, Dipl.-Sozialpädagoge (über den Dozenten)

Preis: 580,- € zzgl. gesetzl MwSt. (690,20 € brutto)

Tagungsgetränke und -bewirtung und Seminarunterlagen sind im Preis enthalten. Wir würden uns über Ihre Teilahme an dieser Veranstaltung freuen.

Durchführung

Wenn Sie diese Veranstaltung gerne als Inhouse-Schulung buchen möchten, nehmen Sie bitte über folgendes Formular Kontakt zu uns auf.

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