Die Zielsetzung interkultureller Trainings

7. August 2008

Veröffentlichungen

Die Erlangung interkultureller Kompetenz ist ein mehrschichtiger Prozess, der ein umfassendes Verständnis gegenüber Unterschieden und Gemeinsamkeiten zwischen Menschen verschiedener Kulturen verlangt. In einem zweiten Schritt sollte dieses Wissen mit Handlungsfähigkeit verknüpft werden; man eignet sich also die Fähigkeit an, mit diesem Wissen umzugehen und sich so in verschiedenen Kulturen angemessen verhalten zu können.

Damit ist jedoch nicht gemeint, das Verhalten von Menschen der Zielkultur zu kopieren, sein eigenes gewohntes Verhalten vollständig aufzugeben und sich zu assimilieren, sondern es bedeutet vielmehr, Eigenschaften seiner eigenen kulturellen Umgebung erfolgreich mit Eigenschaften der Zielkultur zu kombinieren und so eine erfolgreiche Integration innerhalb des Ziellandes herzustellen

Auch im Bereich firmeninterner Kommunikation ist der Umgang mit kultureller Vielfalt und Heterogenität an der Tagesordnung und somit sind Kenntnis und Berücksichtigung kultureller Unterschiede unerlässlich und vielmehr noch – ein entscheidender Erfolgsfaktor im interkulturellen Geschäft! Ein Unternehmen ist interkulturell kompetent, wenn auch das Management interkulturell ausgerichtet ist  und auf die Bedürfnisse der internationalen Belegschaft individuell eingehen kann.

Kenntnis von Kulturstandards

Dabei helfen kann die Kenntnis der so genannten Kulturstandards, die im Rahmen verschiedener Studien herausgearbeitet wurden und anhand derer man das Verhalten von Kulturgruppen bestimmen kann. In Deutschland vorherrschende Kulturstandards sind zum Beispiel: Sachorientierung, Wertschätzung von Strukturen und Regeln, Zeitplanung (Monochronismus), Trennung von Persönlichkeits- und Lebensbereichen sowie Individualismus. Eine Gegenüberstellung deutscher und beispielweise französischer Kulturstandards macht die Notwendigkeit interkultureller Trainings deutlich. Da in Deutschland beispielsweise das Streben nach Individualismus bezeichnend ist, in Frankreich jedoch die Gruppenorientierung (Kollektivismus), lässt sich bereits an diesem Punkt auf unterschiedliche Arbeitsweisen schließen. Unberücksichtigt können diese zu erheblichen Schwierigkeiten im Arbeits- und Teamprozess führen. Deshalb ist es wichtig, sich diese Unterschiede bewusst zu machen, um dementsprechend handeln und führen zu können und so die Basis für eine erfolgreiche Zusammenarbeit zu schaffen.

Ein weiteres Beispiel für ein mögliches Hindernis in Bezug auf die erfolgreiche firmeninterne Kommunikation multinationaler Unternehmen sind die so genannten Verhaltensnormen. Besitzen diese den Anspruch einer globalen Gültigkeit und werden nationale Unterschiede nicht berücksichtigt, führt dies zu einer wenig produktiven Arbeitsatmosphäre. Fordert das Unternehmen etwa ein Alkoholverbot am Arbeitsplatz, so stößt dies in Frankreich, wo ein Glas Wein zum Mittagessen eine eigene Tradition darstellt, auf Widerstand.

Zitierweise
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IKUD® Seminare (Erscheinungsjahr): „Titel des Textes “, unter: https://www.ikud-seminare.de/LINKNAME.HTML (abgerufen am xy.xy.xxxy).

 

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