Willkommenskultur in Deutschland – neue Bertelsmann-Studie

11. April 2017

Blog Pressespiegel

Aktuelle Bertelsmann-Studie zum Thema „Willkommenskultur in Deutschland“

In der Bertelsmann-Studie von Januar 2017 wurden rund 2000 Probanden befragt, wie sie die Willkommenskultur in Deutschland wahrnehmen. Die Ergebnisse der Studie zeigen in erster Linie, dass Deutschland den Stresstest nach den Rekord-Einwanderungsjahren von 2015 und 2016 bestanden hat, der Prozess der Einwanderung wird allerdings insgesamt kritischer gesehen als in den Befragungen der vorangegangenen Jahre.

Trotz der wachsenden Skepsis scheint sich der Eindruck zu verfestigen, dass sich Deutschland stärker für die Einwanderung öffnet. Dennoch bleibt der Ost-West-Unterschied wie bereits in den Jahren zuvor bestehen und wird durch die Flüchtlingsfrage sogar noch verstärkt: Im Westen sind 65 Prozent der Bürger überzeugt, dass Flüchtlinge in der Bevölkerung willkommen seien; im Osten ist dahingegen nur jeder Dritte dieser Meinung.

Zudem zeigt sich im Vergleich zu den Befragungen zuvor, dass die Bereitschaft zur Aufnahme weiterer Flüchtlinge stark gesunken ist. Dagegen ist die Zustimmung gestiegen, dass jedes EU-Land – abhängig von Größe und Wirtschaftskraft – eine feste Anzahl an Flüchtlingen aufnehmen sollte.

Ein wichtige Zielgruppe bei der Studie waren Jugendliche zwischen 14-29 Jahren: Hier zeigte sich, dass für viele Personen dieser Zielgruppe die Begleiterscheinungen der Einwanderung mittlerweile als Normalität angesehen wird. Für die meisten der Befragten gilt jedoch immer noch, dass „deutschsein“ stark mit der Geburt im Land verbunden ist.

Die Studie konnte aufzeigen, dass in Deutschland eine ausgeprägte Willkommenskultur besteht. Die Integrationsbemühungen sollten jedoch verstärkt werden und zudem sollte eine bessere Steuerung der Migrationprozesse beachtet werden, damit die Aufnahmebereitschaft von Geflüchteten nicht sinkt und Deutschland auch weiterhin eine offene Einwanderungsgesellschaft bleibt.

Für die erfolgreiche Gestaltung einer solchen Einwanderungsgesellschaft gehören interkulturelle Kompetenzen ganz klar zu den wesentlichen Grundvoraussetzungen. Da interkulturelle Begegnungssituationen schon längst zum Alltag des gesellschaftlichen Zusammenlebens gehören, ist immer auch Potenzial für kulturell bedingte Missverständnisse vorhanden. Somit bleibt die interkulturelle Sensibilisierung auf allen Seiten weiterhin von hoher Bedeutung für eine gelingende Integrationspolitik.

Mit Bezug auf die längerfristige Perspektive im Bereich Integration stellen die Verfasser der Bertelsmann-Studie fest, dass viele der neuen Zuwanderer höchst lernwillig sind. Als Konsequenz fordern sie sowohl die Bereitstellung eines ausreichenden Angebots an Deutschkursen als auch „massive Investitionen in Schulen, Aus- und Weiterbildungsinstitutionen“ . Hier seien Bund und Länder gefordert, die „Aufnahmebereitschaft und -fähigkeit in den Kommunen weiter [zu] stärken“ (S.32). Die Vermittlung interkultureller Kompetenzen sollte demnach zunehmend an Bedeutung gewinnen.

Als erfahrener und etablierter Anbieter der zertifizierten „Ausbildung zum Interkulturellen Trainer (m/w) in 5 Modulen“ steht IKUD® Seminare bereit, interkulturelle Trainerinnen und Trainer auszubilden, die als MultiplikatorInnen in den unterschiedlichsten Wirkungsbereichen die gefragten interkulturellen Handlungskompetenzen vermitteln können.

Den Volltext der Bertelsmann-Studie finden Sie zum kostenfreien Download unter
https://www.bertelsmann-stiftung.de/de/publikationen/publikation/did/willkommenskultur-im-stresstest/

Artikel- und Veranstaltungshinweise

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