Führungskräftetraining international – Qualifikationen und Kompetenzen internationaler Führungskräfte

30. November 2010

Veröffentlichungen

Was genau bedeutet Führungskräftetraining im internationalen Kontext? Da heute der wirtschaftliche Markt mehr denn je im internationalen Umfeld stattfindet, ist es für eine Führungskraft wichtig, spezifisches Wissen darüber zu haben, wie internationale Teamprozesse aktiv gefördert werden können. Denn die Qualität und Effizienz von internationalen Hochleistungsteams hängt wesentlich von den Leitfähigkeiten der Führungskraft ab.

Führungskräftetraining – Besonderheiten internationaler Teams

Die Besonderheit der Führungsrolle von international zusammengesetzten Teams rührt vor allem aus der kulturellen Heterogenität und den daraus resultierenden kulturell verschiedenen Partizipationserwartungen der Mitarbeiter. Somit ergibt sich eine kulturell bedingte Effizienz von Führungskräften, die umso größer ist, je geringer die Diskrepanz zwischen dem erwarteten und tatsächlichen Führungsstil der Führungskraft ist. Eine Führungskraft muss sich dessen bewusst sein, dass sich Führungssysteme in unterschiedlichen Regionen und Ländern z. T. stark unterscheiden.

Führungsstil und kulturelle Orientierungen im Team

Je nachdem welche Kulturen im Team vertreten sind und mit welchen Anforderungen sich eine Führungskraft konfrontiert sieht, werden bestimmte Kulturdimensionen relevant. Dimensionen wie Kontextbezug, Kollektivismus, Maskulinität, Unsicherheitsvermeidung oder Langfristigkeitsorientierung beeinflussen, wie Kommunikations- und Entscheidungsfindungsprozesse ablaufen, welche Art von Feedback für die jeweiligen Kulturvertreter annehmbar ist, wie Konflikte angemessen reguliert werden, wie stark Kontrolle erfolgen sollte und welche Art von Motivation angebracht ist. Während das Führungsverhalten in deutschsprachigen Ländern beispielsweise eher belohnungs- und regelorientiert ist und die Mitarbeiter zur Eigeninitiative ermutigt werden, herrscht in fernöstlichen Ländern eher ein gruppenorientiertes Führungsverhalten sowie eine wesentlich geringere Betonung von Eigeninitiative der Mitarbeiter. Während also ein bestimmter Führungsstil in einem Kontext angemessen und erfolgreich ist, kann es in einem anderen kulturellen Kontext nicht nur unangemessen sein, sondern auch zu Konflikten innerhalb eines Teams und damit auch zu Blockaden des gesamten Arbeitsprozesses führen.

Führungskräftetraining international – Management & Leadership

Aufgrund der großen Vernetztheit und Komplexität, auf die man als Führungskraft von internationalen Teams trifft, ist es nötig, einen situativen Führungsstil zu beherrschen mit der Fähigkeit sich je nach Reife, Persönlichkeit, Projektrolle und kultureller Prägung seiner Mitarbeiter an die jeweiligen führungsrelevanten Situationen anzupassen. Zwei wichtige Führungsstile sind dabei zum einen die transaktionale Führung im Sinne von Management und zum anderen die transformationale Führung im engeren Sinne von Führung oder „Leadership“. Ersteres beinhaltet neben dem Management (Planung, Zielvorgabe, Steuerung und Kontrolle) primär die Motivierung der Mitarbeiter durch eine entsprechende Belohnung als Gegenleistung für erbrachte Leitungen. Beim zweiteren geht es um das Entwickeln von Visionen und übergeordneten Zielen, für die sich die Mitarbeiter über ihre eigenen Interessen hinaus einsetzen und mit denen sie sich identifizieren. Der transformationale Führungsstil ist in internationalen Teams effektiver, da gerade hier ein großes Engagement der Mitarbeiter nötig ist, das nicht durch finanzielle Anreize dauerhaft erreichen lässt. Ein international ausgerichtetes Führungskräftetraining sollte auf diesen Aspekt besondere Rücksicht nehmen.

Außerdem sollte ein gutes Führungskräftetraining den beteiligten Führungskräften die Hintergründe der sogenannten „Polar-integrierten“ Persönlichkeit vermitteln. Diese Persönlichkeit beinhaltet scheinbar gegensätzliche Merkmale, nämlich zum einen die Fähigkeit, verbindlich und menschlich mit seinen Mitarbeitern in Kontakt treten zu können und zum anderen klare Anweisungen und Ziele geben zu können. Dabei muss sich die Führungskraft stets auf eine Meta-Ebene begeben können, um sowohl interkulturell bedingte soziale Prozesse und Konfliktpotentiale innerhalb des Teams als auch sachliche notwendige Aspekte zur Zielerreichung im Blick zu haben.

Führungskräftetraining international – interkulturelle Handlungskompetenzen

Um mit diesen Herausforderungen fertig zu werden sind Fähigkeiten und Kompetenzen notwendig, die sich in dem Begriff interkulturelle Handlungskompetenz zusammenfassen lassen. Ebenso wie Führungs-, Kommunikations-, Organisations- und Managementkompetenz im nationalen Kontext gilt auch die interkulturelle Handlungskompetenz als unerlässliche Schlüsselqualifikation, sobald der Führungskontext eine zusätzliche internationale Ebene erhält. Sie beinhaltet die Fähigkeit, interkulturell bedingte Wahrnehmungsstrukturen, Denkweisen, Empfindungen und Verhaltensweisen bei sich selbst als auch bei anderen zu erfassen, zu respektieren und produktiv und synergetisch zu nutzen. Ambiguitätstoleranz ist dabei von ebenso großer Wichtigkeit wie die Fähigkeit zur Selbstreflexion, zur interkulturellen Konfliktbewältigung und zur kulturell angemessenen Kommunikation und sozialen Verstärkung. Diese Aspekte verdienen besondere Beachtung für ein Führungskräftetraining im internationalen Kontext.

 

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