Zukunftswerkstatt Methode
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Zukunftswerkstatt

Format der Zukunftswerkstatt ist Methode der Erwachsenenbildung zur Entfaltung kreativer Ideen

Das Format der Zukunftswerkstatt ist eine Methode der Erwachsenenbildung zur Entfaltung kreativer Ideen hinsichtlich der Entwicklung einer Perspektive für (zukünftige) Aufgaben, Anwendungen, Arbeiten usw. Die Idee und Entwicklung der Methode ist auf den Publizisten und Zukunftsforscher Robert Jungk (eigentlich Robert Baum, 1913–1994) zurückzuführen. Ursprünglich sah die Methode vor, Bürger*innen miteinander ins Gespräch zu bringen, Betroffene zu Wort kommen zu lassen und generelle Demokratisierungsprozesse in der Gesellschaft zu unterstützen. Die Idee dahinter war es, möglichst viele Menschen in die Entscheidungsfindung und Problemlösung gesellschaftlicher Herausforderungen einzubeziehen. Dabei werden alle Beteiligten als Expert*innen mit ihrem bereits vorhandenen Wissen, aber vor allem ihrer Fantasie gleichberechtigt miteinbezogen. Heutzutage findet die Methode aber auch abseits der Erwachsenenbildung vor allem in Schulen oder ähnlichen Bildungseinrichtungen Anwendung.

Realisiert wird die Zukunftswerkstatt als ein- oder mehrtägiges Event mit idealerweise bis zu 25 Teilnehmer*innen – es können aber auch wesentlich größere Gruppen teilnehmen, wenn es mehrere Co-Moderator*innen gibt. Das Thema oder zu lösende Problem der Zukunftswerkstatt kann – je nach Hintergrund und Interesse der Teilnehmenden –beliebig festgelegt werden. Im Folgenden sollen sich die Teilnehmer*innen mithilfe verschiedener Methoden und Techniken ihrer eigenen Bedürfnisse, Wünsche und Positionen hinsichtlich der gemeinsamen Problemstellung bewusstwerden und in Kooperation kreative Ideen und gemeinsame Lösungsansätze entwickeln.

Der Gesamtprozess wird von einer*einem oder mehreren gewählten Moderator*innen begleitet. Deren Rolle besteht darin, zu Beginn in die Methode, Zielsetzung, Spielregeln und das zu diskutierende Thema/Problem der jeweiligen Zukunftswerkstatt einzuführen. Anschließend sollen die Moderator*innen den weiteren Verlauf moderieren, Redebeiträge initiieren und den Teilnehmenden kooperativ zur Seite stehen.

Die Zukunftswerkstatt ist grundsätzlich in drei Hauptphasen unterteilt: Kritik-, Phantasie- und Verwirklichungsphase. Diese drei Phasen werden für gewöhnlich von einer vor- und einer nachbereitenden Phase umrahmt.

Phasen einer Zukunftswerkstatt

Vorbereitungsphase

In der Vorbereitungsphase stellen sich die Teilnehmenden einander vor und benennen ihre Erwartungen und Wünsche hinsichtlich des Themas der Zukunftswerkstatt. Im Anschluss daran stellen die Moderator*innen, wie oben beschrieben, die gemeinsamen Ziele, Spielregeln und Phasen der Methode vor.

Kritikphase

Auf die Vorstellung und Einführung folgt die Kritikphase. Alle Beteiligten sind dazu aufgerufen, ihren Gedanken freien Lauf zu lassen und Kritikpunkte am Gegenstand der Zukunftswerkstatt zu formulieren. Insbesondere die Moderator*innen können in dieser Phase über den Einsatz verschiedener Moderationstechniken (z.B. Brainstorming, Mindmapping, Gruppendiskussionen) Impulse für die Kritiksammlung setzen. Im Anschluss daran, werden die unterschiedlichen Punkte nach spezifischen Problembereichen zusammengefasst. Dies kann visuell in Form von Plakaten o. ä erfolgen. Darauf aufbauend werden die identifizierten Problembereiche gegeneinander abgewogen und die Gruppe entscheidet sich für die wichtigsten Felder, welche dann in den darauffolgenden Phasen bearbeitet werden.

Phantasiephase

Im Zuge der Phantasiephase wird ein konstruktiver und kreativer Reflexionsprozess in Gang gesetzt. Hierbei sollen die ausformulierten Problembereiche von den Teilnehmer*innen in Wunschvorstellungen, Zukunftsideen, Ziele oder Utopien umgewandelt werden. Den Wünschen und Visionen der Beteiligten sind ausdrücklich keine Grenzen gesetzt und der gemeinsame Reflexionsprozess kann mithilfe diverser Kreativtätigkeiten wie Malen, Theaterspielen oder Gedankenspiele angeregt werden. Wichtig für die Phantasiephase ist die Regel, dass keine Kritik an den Ideen und Utopien der Teilnehmer*innen geäußert wird. Konnten alle Teilnehmer*innen ihre Ideen und Wünsche äußern, werden die Vorschläge in Kleingruppen konkretisiert und utopische Zukunftsentwürfe ausgearbeitet. Diese stellen sich die Gruppen dann in Präsentationen gegenseitig vor. Welche Art der Präsentation (Rollenspiel, Collage, etc.) die Gruppen verfolgen, können sie selbst frei bestimmen.

Realisierungsphase

Der Hauptteil der Zukunftswerkstatt wird dann mit der Realisierungsphase abgeschlossen. In ihr gilt es, die erarbeiteten Entwürfe auf ihre Realisierbarkeit hin zu reflektieren und eine konkrete Umsetzungsstrategie in Form eines Projektplans zu entwickeln. Die Beteiligten widmen sich hier der Frage, mit welchen Herausforderungen bei der Umsetzung ihrer Ideen zu rechnen ist, welche konkreten Maßnahmen ergriffen werden müssen oder wie finanzielle Mittel für die Umsetzung der Pläne akquiriert werden können. Alle Teilnehmer*innen übernehmen Verantwortung im Planungsprozess und tragen ihren je eigenen Teil zur Formulierung der Umsetzungsstrategie bei.

Nachbereitungsphase

Die Nachbereitungsphase besteht schließlich darin, die gemeinsam erarbeitete Idee in einer weiterführenden Veranstaltung in die Praxis umzusetzen.

Die Methode der Zukunftswerkstatt bietet sich an dafür, Menschen aus den unterschiedlichsten Erfahrungs- und Lebensbereichen ins Gespräch zu bringen. Die Methode hilft dabei, gemeinsam und gleichberechtigt die eigenen Lebensumstände zu reflektieren und zusammen an einer konstruktiven Problemlösung zu arbeiten, die alle Beteiligten berücksichtigt.

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