Theorie realistischen Gruppenkonflikts
© Daniel Schmid – stock.adobe.com

Kategorie: 

Theorie des realistischen Gruppenkonflikts – Definition

Estimated reading time: 2 Minuten

Key Takeaways

  • Die Theorie des realistischen Gruppenkonflikts erklärt Konflikte zwischen Gruppen durch Wettbewerb um knappe Ressourcen.
  • Negative Interdependenz entsteht, wenn die Ziele der Gruppen unvereinbar sind und der Erfolg einer Gruppe den Misserfolg der anderen bedeutet.
  • Muzafer Sherif ist ein bekannter Vertreter dieser Theorie und belegt diese Annahmen durch Feldexperimente.
  • Spannungen zwischen Gruppen können durch positive Interdependenz verringert werden, indem gemeinsame Ziele eingeführt werden.

Zustandekommen von Konflikten: Theorie des realistischen Gruppenkonflikts

Die Theorie des realistischen Gruppenkonflikts (engl. realistic group conflict theory) versucht das Zustandekommen von Konflikten zwischen zwei oder mehreren Gruppen zu erklären. Allgemeinhin wird der Konflikt definiert durch den Wettbewerb um knappe Ressourcen. Zwischen den Gruppen entsteht so eine negative Interdependenz. Konkret bedeutet das, dass die Ziele der Gruppen nicht vereinbar sind, da die Erreichung der Ziele der einen Gruppe zwangsläufig das Nichterreichen der Ziele der anderen Gruppe bedeutet. Ein Beispiel für negative Interdependenz wäre ein klassischer Sportwettbewerb, bei dem der Sieg einer Mannschaft nur durch die Niederlage der anderen Mannschaft zustande kommen kann. Diese Unvereinbarkeit der Ziele führt zu verstärkter Wettbewerbsorientierung zwischen den beteiligten Gruppen und erhöhter Bindung unter den Mitgliedern einer jeweiligen Gruppe.

Vertreter und Forschung

Einer der bekanntesten Vertreter der Theorie ist Muzafer Sherif. Für ihn liegt in der Zielinkompatibilität die Haupterklärung für gegenseitige Abwertung, Eigengruppenfavorisierung und feindseliges Verhalten zwischen sozialen Gruppen. Diese Annahmen wurden von Sherif in Feldexperimenten, den sogenannten Ferienlageruntersuchungen, empirisch bestätigt. Hier zeigte sich auch, dass Spannungen zwischen Gruppen durch sogenannte positive Interdependenz (nach Einführen eines übereinstimmenden übergeordneten Ziels) abgebaut werden können.

Literatur

  • Sherif, Muzafer (1966): Group conflict and co-operation: Their social psychology, London: Routledge & Kegan Paul
  • Sherif, Muzafer & Sherif, C. W. (1953): Groups in harmony and tension: An integration of studies on intergroup relations, New York: Octagon
  • Kauff, Matthias/Issmer, Christian (2019). Theorie des realistischen Gruppenkonflikts, in Wirtz, M. A. (Hrsg.): Dorsch – Lexikon der Psychologie, URL: https://portal.hogrefe.com/dorsch/theorie-des-realistischen-gruppenkonflikts/, Zugriff am 23.04.2019

IKUD Seminare – Interkulturelles Training & Trainerausbildung 432 Bewertungen auf ProvenExpert.com

Erfahrungen & Bewertungen zu IKUD Seminare - Interkulturelles Training & Trainerausbildung

WordPress Cookie Hinweis von Real Cookie Banner