Interkulturelle Sensibilisierung im Justizvollzug
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Interkulturelle Sensibilisierung im Niedersächsischen Justizvollzug

Schulungsreihe von IKUD® Seminare zum Thema „Interkulturelle Sensibilisierung im Justizvollzug“ durchgeführt

„Interkulturelle Kompetenz und Radikalisierung“: Zu diesem Thema führte IKUD® Seminare von Herbst 2016 bis Frühjahr 2018 eine umfangreiche Schulungsreihe für Multiplikatoren im Niedersächsischen Justizvollzug durch. Insgesamt wurden mehr als 100 Personen weitergebildet. Ziele der Fortbildungen waren eine allgemeine interkulturelle Sensibilisierung der Mitarbeiter und der Aufbau interkultureller Handlungskompetenzen für die Arbeit im Justizvollzug.

Unsere Gesellschaft wird internationaler und interkultureller. Speziell für den Justizvollzug bedeutet dies die zunehmende Begegnung und Zusammenarbeit mit Personen aus den unterschiedlichsten Kulturen. Oftmals sind es zudem schwierige Situationen, in denen Mitarbeiter im Justizvollzug mit diesen kulturellen Unterschieden konfrontiert sind. Sie benötigen Praxiswissen und vielfältige Kenntnisse interkultureller Kommunikation, um angemessen zu handeln.

Herr Peter Schulte, Psychologieoberrat am Bildungsinstitut des Niedersächsischen Justizvollzuges, beschreibt den Schulungsbedarf wie folgt: „Im Justizvollzug bekam das Thema Radikalisierung im Gefängnis eine politische Bedeutung, so dass klar wurde, dass es nötig war, möglichst viele Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu sensibilisieren und im Umgang mit fremden Kulturen zu schulen. Zwar gehört der Umgang mit fremden Kulturen seit jeher zum Alltaggeschäft im Gefängnis, dennoch bedeutete die Gefahr einer Radikalisierung eine neue Qualität im Umgang mit gefährdeten Menschen.“

Im Fokus der modularen Schulungsreihe stand neben der interkulturellen Sensibilisierung der Umgang mit Menschen aus arabisch-muslimischen Kontexten. Zwei Module – „Kulturallgemeines Training“ und „Kulturspezifisches Training: Schwerpunkt Islam“ – wurden den Mitarbeitern des Niedersächsischen Justizvollzugs angeboten, die aufeinander aufbauend insgesamt 9 Mal stattfanden. Zusätzlich fand ein spezielles Multiplikatorenseminar statt, in dem interkulturelle Trainingsmethoden vermittelt wurden.
Alle Interkulturellen Trainings nahmen Bezug auf die praktische Ebene. Zunächst stand die Bewusstmachung eigener Werte und Normen auf dem Programm. Darauf aufbauend wurde interkulturelle Kommunikation speziell im Justizvollzug betrachtet. Anhand von Fallbeispielen konnte auch analysiert werden, welche kulturellen Werte zu Konflikten führen können. Hintergrundwissen zum islamisch-arabischen Kulturraum und zum Radikalisierungspotential rundeten die Schulung ab.

Von dem erfolgreichen Schulungsprojekt profitierten die Mitarbeiter des Niedersächsischen Justizvollzugs durch eine umfassende Erweiterung ihrer interkulturellen Kompetenz und ihrer Kenntnisse arabisch-islamischer Kulturstandards. Und auch die Trainer von IKUD® Seminare erhielten spannende Einblicke in die tägliche Arbeit im Strafvollzug und den Einfluss kultureller Aspekte auf diesen Arbeitsbereich. Ein gelungenes Schulungsprojekt mit nachhaltigem Effekt!

Herr Schulte zeigte sich mit dem Gesamtergebnis des Schulungsprojekts höchst zufrieden: „In Zusammenarbeit mit IKUD® Seminare wurde uns schnell klar, dass, wenn man sich mit einzelnen fremden Kulturen auseinandersetzen möchte, man sich erst über die eigene Kultur klarwerden muss. Eine Selbstreflektion darüber, was denn die meisten Kulturen an „uns“ seltsam finden, zeigte sich als ausgesprochen hilfreich dafür, Reaktionen zu verstehen und neue Wege im Umgang miteinander zu finden. So konnten wir in mehreren Bausteinen sowohl „kulturallgemeine“ als auch „kulturspezifische“ Trainings durchführen. Die Sensibilität für interkulturelle Probleme ist deutlich gestiegen. Es gibt natürlicherweise keine Patentrezepte im Umgang, doch das Überdenken eingefahrener Reaktionen hilft dabei, Vorurteile abzubauen und zu unterscheiden, ob einem Konflikt ein kulturelles oder ein rein menschliches Problem zugrunde liegt.“

Artikel- und Seminarverweise zum Thema „Interkulturelle Sensibilisierung im Justizvollzug“

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